Aktuelles
Zusätzlicher Stellenabbau bei thyssenkrupp Presta: LANV fordert Verlässlichkeit und Perspektive für den Standort Eschen
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung zu machen: Bei den 640 betroffenen Personen handelt es sich nicht um 640 betriebsbedingte Kündigungen. Ein Teil des Abbaus erfolgt über freiwillige Frühpensionierungen. In der nun anstehenden dritten Welle sollen nach unseren Informationen rund 340 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden. Zuvor wurden in den ersten beiden Wellen 221 Mitarbeitende aus betrieblichen Gründen gekündigt. Die von Presta kommunizierten 640 betroffenen Personen bilden zudem nicht den gesamten Personalabbau ab. Werden auch die weiteren freiwilligen Austritte berücksichtigt, liegt die tatsächliche Zahl der ausgeschiedenen Mitarbeitenden noch höher.
Den Umgang mit den freiwilligen Austritten und Frühpensionierungen sehen wir kritisch. Im Rahmen des Sozialplans wurden diese Möglichkeiten geschaffen, um die Zahl betriebsbedingter Kündigungen zu reduzieren. Bei der ursprünglichen Kommunikation des Abbauziels von 570 Stellen wurde vermittelt, dass freiwillige Austritte in diese Gesamtzahl einbezogen werden.
Presta begründet den zusätzlichen Abbau mit der schlechteren Geschäftsentwicklung und dem daraus resultierenden zusätzlichen Anpassungsbedarf. Das erklärt aus unserer Sicht jedoch nicht, weshalb die freiwilligen Austritte und Frühpensionierungen heute bei der Darstellung der Gesamtzahl anders berücksichtigt werden als bei der ursprünglichen Kommunikation des Abbauziels. Diese veränderte Darstellung kritisieren wir. Sie belastet das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Verlässlichkeit der Unternehmenskommunikation.
Gerade in einer Situation, in der die Belegschaft drei Entlassungswellen innerhalb eines Jahres verkraften muss, braucht es Transparenz und Verlässlichkeit.
Wir erwarten, dass die bisherigen Aussagen des Unternehmens zur Restrukturierung und zur Zukunft des Standorts Eschen eingehalten werden. Presta hat bestätigt, dass die dritte Welle den Abschluss der Restrukturierung bildet und keine weiteren wesentlichen Restrukturierungen oder grösseren Verlagerungen geplant sind. Gleichzeitig bezeichnet das Unternehmen Eschen weiterhin als wichtigen, modernen und leistungsfähigen Technologie- und Industriestandort.
An diesen Aussagen wird sich die Unternehmensleitung messen lassen müssen. Für uns ist entscheidend, dass die für den Standort wichtigen Kompetenzen, das Know-how und die notwendigen Ressourcen in Eschen erhalten bleiben.
Wir erwarten von thyssenkrupp Presta, dass das Unternehmen zu seinem Bekenntnis zum Standort Eschen steht und den verbleibenden Mitarbeitenden nach Abschluss der Restrukturierung eine verlässliche Perspektive bietet. Dazu gehören aus unserer Sicht insbesondere der Erhalt von Know-how und Schlüsselkompetenzen, Investitionen in die Zukunft des Standorts und eine transparente Kommunikation gegenüber der Belegschaft.
Die Mitarbeitenden haben in den vergangenen Monaten einen erheblichen Beitrag zur Restrukturierung geleistet. Nun erwarten wir von der Unternehmensleitung, dass sie zu ihren Aussagen steht und die entsprechenden Zusagen auch umsetzt!
