Aktuell

Freitag, 26.Juli 2019
Gesellschaft würde von bezahlter Elternzeit profitieren
Frauen erledigen die Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege der älteren Menschen. Aufgrund der Familienpflichten sind sie aber oft benachteiligt. Ein Umstand, den Martina Haas, stellvertretende Geschäftsführerin des LANV, nicht länger hinnehmen will.

 

Volks­blatt- Inter­view 

 

Foto@​Paul Trummer

Montag, 22.Juli 2019
Preis für familienfreundliche Unternehmen
Viele Arbeitnehmende wünschen sich eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf, beispielsweise mit einem grösseren Angebot an flexiblen Arbeitszeitmodellen. Um diese Situation zu verbessern und vorbildliche Betriebe auszuzeichnen, lanciert die Regierung den "Preis für familienfreundliche Unternehmen", der erstmals am 27. November 2019 vergeben wird.
 
Hier die wich­tigsten Eckpunkte:

• Es handelt sich um eine Zerti­fi­zie­rung, welche Unter­nehmen würdigt, die sich für die Verein­bar­keit von Familie und Beruf in beson­derem Mass enga­gieren.

• Der Preis wird je nach Unter­neh­mens­grösse in verschie­denen Kate­go­rien verliehen. Es geht darum, inno­va­tive Modelle heraus­zu­stellen und bekannt zu machen.

• Teil­nah­me­be­rech­tigt sind alle in Liech­ten­stein ansäs­sigen Firmen mit mehr als zwei Mitar­bei­tenden.

• Alle teil­neh­menden Unter­nehmen erhalten Zugang zu einem Best Prac­tice Report. Die fami­li­en­freund­lichsten Unter­nehmen gewinnen ein Zerti­fikat “Fami­li­en­freund­lich 2019“. Grös­sere Unter­nehmen erhalten zusätz­lich einen indi­vi­du­ellen Ergeb­nis­be­richt mit einem Bench­mark.

• Die Bewer­tung erfolgt auf Basis der Methodik zur Analyse der Arbeits­platz­kultur des Great Place to Work Insti­tutes. Dabei werden sowohl die Mitar­bei­tenden, wie auch das Manage­ment befragt.

• Eine sieben­köp­fige Jury wird die Preis­träger pro Kate­gorie auswählen.

Melden Sie sich jetzt unter www.​fam​ilie​nfre​undl​ich.​li an und nehmen Sie direkt teil. Die Studie läuft bis Ende August 2019. Die Teil­nahme ist anonym und vertrau­lich.

Die liech­ten­stei­ni­sche Regie­rung freut sich, wenn sich zahl­reiche Unter­nehmen an der Studie betei­ligen!
Samstag, 25.Mai 2019
EGB Kongress
Der 14. Kongress des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) vom 21.05 - 24.05.2019 in Wien stand unter dem Motto: „Ein faireres Europa für ArbeitnehmerInnen!“ Hauptthema war die Ausgestaltung einer sozialen EU.

Viele promi­nente Gäste wie der öster­rei­chi­sche Staats­prä­si­dent Alex­ander Van der Bellen, EU-Kommis­si­ons­prä­si­dent Jean-Claude Juncker, Portu­gals Premier­mi­nister Antonio Costa, Nobel­preis­träger Josef Stiglitz und Euro­pa­rechtler und ex-Minis­ter­prä­si­dent Italiens Enrico Letta zeigten in ihren Reden verschie­dene Lösungs­an­sätze.

Dem EGB gehören inkl. LANV 90 natio­nale Gewerk­schafts­bünde aus 39 euro­päi­schen Staaten und zehn euro­päi­sche Bran­chen­ver­bände mit insge­samt 45 Millionen Mitglie­dern an. Der alle vier Jahre statt­fin­dende Kongress ist das oberste Gremium des EGB. Zum neuen EGB-Präsi­denten wurde Laurent Berger gewählt. Luca Visen­tini wurde als Gene­ral­se­kretär wieder­ge­wählt. Seine Mission für die nächste Amts­zeit wird sein, die Angriffe auf die Demo­kratie und Tole­ranz zu bekämpfen und weiter als die Juncker-Kommis­sion zu gehen, um soziale Gerech­tig­keit, hoch­wer­tige Arbeits­plätze und höhere Löhne in Europa durch­zu­setzen.

Um nach Brexit und aufkom­menden anti-euro­päi­schen und popu­lis­ti­schen Parteien zu über­leben, wurde kurz vor den EU-Parla­ments­wahlen immer klarer, dass das EU-Projekt eine echte soziale Wende erfahren und den Arbeit­neh­menden nützen muss. Die Dele­gierten verab­schie­deten deshalb ein neues Mani­fest und das Akti­ons­pro­gramm für 2019 bis 2024 unter dem Titel „Ein gerech­teres Europa für alle Arbeit­neh­me­rInnen“. Vom künf­tigen EU-Parla­ment und der neuen Kommis­sion werden u.a. der Abbau prekärer Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, der Stopp von Lohn- und Sozi­al­dum­ping sowie EU-Mass­nahmen zur Förde­rung stär­kerer Tarif­ver­hand­lungen zwischen Arbeit­ge­bern und Gewerk­schaften über Löhne und Arbeits­be­din­gungen in allen EU-Ländern gefor­dert. Der LANV wurde vertreten durch die Dele­gierten Martina Haas und Fredy Litscher sowie Sigi Langen­bahn als Beob­achter.
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Pressemitteilungen

Samstag, 06.Juli 2019
IGR-Pressetour
Die Digitalisierung der Arbeitswelt stellt auch die Bildungsarbeit der Gewerkschaften vor neue Herausforderungen. Die im Interregionalen Gewerkschaftsrat (IGR) Bodensee zusammengeschlossenen Gewerkschaften LANV, SGB/Travail.Suisse, DGB und ÖGB nahmen dies zu Anlass, über die konkrete Situation in den Ländern Liechtenstein, Deutschland, Österreich und Schweiz zu berichten, Probleme aufzuzeigen und ihre Positionen darzulegen. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt nachhaltig. Über die Grenzen hinweg wird nach Lösungen gesucht.
Samstag, 06.Juli 2019
Ende der Vertrauensarbeitszeit naht
Gemäss einem am 14. Mai 2019 gefällten Entscheid des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) müssen zukünftig alle EU-Arbeitgeber die tatsächlich geleistete Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden erfassen und dokumentieren.
Montag, 17.Juni 2019
Frauen*streiktag in Liechtenstein
Der Dornröschengarten alias Peter-Kaiser-Platz in Vaduz erstrahlte am 14. Juni 2019 in besonderem Glanz. Überall hingen violette Ballone und Fähnchen, waren Liegestühle, Festsbänke und Stände aufgestellt. Die Stimmung unter den Anwesenden war trotz kämpferischen Parolen und klaren Forderungen fröhlich und feierlich.

Um 15.30 Uhr marschierte das vorwie­gend violett geklei­dete Streik­ko­mitee ein. Ange­führt vom musi­ka­li­schen Duo „la machine à laver“ erntete die Parade mit elf „Leiter­le­wagen“, eines pro Gemeinde, von den gut 250 anwe­senden Frauen, soli­da­ri­schen Männern und Kindern grossen Applaus.

Eben­falls unter starkem Beifall hisste Helen Marxer nach dem Einzug die Fahne, die anläss­lich des 10 Jahr Jubi­läums zum Frau­en­stimm­recht 1994 ange­fer­tigt wurde, bevor Martina Haas die Gäste begrüsste.
„Zwar hat Liech­ten­stein seit 20 Jahren ein Gleich­stel­lungs­ge­setz, mit der Umset­zung hapert es jedoch noch gewaltig“ so Haas. Nach wie vor wird mehr unbe­zahlte Arbeit geleistet als bezahlte, und dies haupt­säch­lich von Frauen. Auch bleibt den Frauen aufgrund fami­liärer Verpflich­tungen der Zugang zu höheren Posi­tionen allzu oft verwehrt. Zudem hat der Lohn Einfluss auf die Verein­bar­keit von Familie und Erwerb, da öfters die schlechter bezahlte Person ihr Pensum redu­ziert und dies ist meist die Frau. Damit zusam­men­hän­gend sind Frauen öfters von Alters­armut betroffen. Aus all diesen Gründen ist eines der zentralen Anliegen die Lohn­gleich­heit.

Im Anschluss an die Begrüs­sung über­gaben Conny Büchel-Brüh­wiler und Petra Eichele vom Streik­ko­mitee das von ihnen verfasste Mani­fest mit sieben Forde­rungen zur Gleich­stel­lung an Regie­rungs­rätin Aurelia Frick. Sie hätten es gerne dem zustän­digen Gesell­schafts­mi­nister Mauro Pedraz­zini über­reicht, der jedoch hatte anderes zu tun, wie er am Vortag im Radio Liech­ten­stein verlauten liess. Dafür erntete er laute Buhrufe von den Anwe­senden.

Aufgrund der aktu­ellen Ereig­nisse verzich­tete Regie­rungs­rätin Aurelia Frick auf die vorbe­rei­tete Rede und wandte sich mit persön­li­chen Worten an die Gäste.
Nach der Ansprache der Regie­rungs­rätin, einer musi­ka­li­schen Einlage von „la machine à laver“ sowie den Dankes­worten von Martina Haas zog die fröh­liche Menge aus Frauen, Männern und Kindern mit Trans­pa­renten auf einer 38 Meter langen Wäsche­leine um das gesamte Vaduzer Städtle. Wie schon am ersten Frauen*streik 1991 zeigten die Frauen auf, dass die Wäsche immer noch nicht gemacht ist. Es gibt noch viel zu tun in der Gleich­stel­lungs­po­litik.

Nach der Kund­ge­bung hörten die Anwe­senden gespannt Conny Büchel-Brüh­wiler und Petra Eichele bei der Vorstel­lung des Mani­fests zu und würdigten deren Arbeit mit lautem Beifall. Ebenso erntete die vom Verein Hoi Quote orga­ni­sierte Lesung an der BuchBar regen Applaus. Verfas­se­rinnen lasen ihre Kolumne aus der Publi­ka­tion „Frauen. Sichtbar. Hörbar.“ vor. Ein starkes Zeichen ging auch vom Gehör­lo­sen­kul­tur­verein aus, der aktiv an der Orga­ni­sa­tion des Streik­tags betei­ligt war. Deshalb wurden auch alle Reden, State­ments, Kolumnen und Lieder­texte in Gebär­den­spra­chen über­setzt.
Frauen und Männer vom inter­na­tio­nalen Frau­encafé boten vor Ort zube­rei­tete Speisen an, von Männern geba­ckener Kuchen wurde verkauft und es gab ein Frauen*streik-Bier und eine Frauen*streik-Bowle. Trotz klaren Forde­rungen war die Stim­mung beim zweiten Frauen*streik sehr gut und ausge­lassen.

Auch wenn wir Frauen in Liech­ten­stein uns im Vergleich zu anderen Ländern in einer privi­le­gier­teren Posi­tion befinden ist dies kein Grund, nicht gegen weiterhin beste­hende Diskri­mi­nie­rungen anzu­kämpfen.

 

Freitag, 14.Juni 2019
Gegen den Stillstand eintreten
Das Frauenstreik-Komitee in Liechtenstein kritisiert den Stillstand der Regierung in Sachen
Gleichstellung. Frauen gehen heute in Vaduz mit ihren Forderungen auf die Strasse, um das zu ändern.
Samstag, 01.Juni 2019
Bezahlte Elternzeit
Bald könnte der Vaterschaftsurlaub oder die Elternzeit auf EU-Ebene eingeführt werden – wenn auch nur in kleinen Schritten. Für den LANV immerhin ein Anfang, er fordert die Regierung schon länger zum Handeln auf.

Artikel Vater­land

 

Bild@​Daniel Schwen­dener

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