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Pressemitteilungen

Mittwoch, 15.Mai 2019
Arbeitszeiterfassung
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied im Sinne der Gewerkschaften, dass alle Arbeitgeber die Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden erfassen müssen. Die Auswirkungen für Liechtenstein sind noch nicht bekannt.
Samstag, 11.Mai 2019
70 Jahre Sozialpartnerschaft
Vor siebzig Jahren haben die Industrie- und Handelskammer (LIHK) und der ArbeitnehmerInnenverband (LANV) den ersten Gesamtarbeitsvertrag abgeschlossen.
Es war am 11. Mai 1949, als die dama­lige Indus­trie­kammer und der dama­lige Liech­ten­stei­ni­sche Arbei­ter­ver­band nach inten­siven Gesprä­chen ihren ersten soge­nannten Arbeits­ver­trag abge­schlossen haben. Ein Meilen­stein für den Werk­platz Liech­ten­stein.

Die gute Zusam­men­ar­beit zwischen den beiden Verbänden LIHK und LANV hält bis zum heutigen Tag an. So auch die Über­zeu­gung, dass ein Mitein­ander im Sinne des Werk­platzes Liech­ten­stein und damit verbunden auch im Sinne der Gesell­schaft ist.«Es
ist ein beson­derer Tag, sowohl für die LIHK als auch den LANV, und wenn wir so zurück­bli­cken, stellen wir fest, dass sich die Umstände zwar verän­dert haben, ein Gross­teil der Themen aber gleich geblieben ist», sagt Sigi Langen­bahn, Präsi­dent des LANV. So hatten die beiden Vertrags­par­teien schon damals das Thema Arbeits­zeit gesamt­ver­trag­lich fest­ge­halten. Eine Arbeits­woche wurde während 6 Tagen und 48 Stunden absol­viert. Ein weiteres Thema, das auch heute verhan­delt wird, waren Lohn­un­ter­grenzen. Damals, im Jahr 1949, wurde der Lohn alle 14 Tage ausbe­zahlt. Frauen und Männer wurden für die gleiche Arbeit ganz offi­ziell unter­schied­lich entlohnt.
So erhielt ein Hilfs­ar­beiter 1.50 Franken pro Stunde und eine Hilfs­ar­bei­terin 80 Rappen – heute undenkbar. 

 

Die LIHK und der LANV sind sich einig, dass gerade im Bereich Lohn­gleich­heit in den vergan­genen Jahren grosse Schritte in die rich­tige Rich­tung gemacht wurden. Neben einigen zentralen Themen hat sich auch an der Zusam­men­ar­beit der beiden Verbände wenig verän­dert. «Auch heute setzen wir uns gemeinsam an einen Tisch und legen Wert auf einen Austausch auf Augen­höhe», sagt Klaus Risch, Präsi­dent der LIHK. «Wir versu­chen, gemeinsam die beste Lösung für alle zu finden.» Trotzdem ist die Arbeits­welt heute eine andere als vor 70 Jahren. Gerade die Digi­ta­li­sie­rung stelle eine grosse Heraus­for­de­rung dar. Deshalb ist für beide Seiten klar: Die Aus- und Weiter­bil­dung der Arbeit­neh­menden ist das A und O. Die LIHK und der LANV haben in den vergan­genen Jahr­zehnten viel erreicht. «Wir dürfen mit Stolz und Freude auf 70 Jahre sozialen Frieden zurück­bli­cken», sagt Klaus Risch. Sigi Langen­bahn ergänzt: «Und diese respekt­volle Sozi­al­part­ner­schaft wünschen wir uns
auch für die Zukunft.»

 

Bild@​Nils Vollmar

Donnerstag, 02.Mai 2019
1.Mai-Feier
Flexible Arbeitswelt - Freiheit oder Ausbeutung hiess das Motto der diesjährigen 1.Mai-Feier des LANV. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt rasant. Das klassische Normalarbeitsverhältnis verliert immer mehr an Bedeutung, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwinden. Deshalb braucht es klare Regeln um ein Gleichgewicht zwischen den Forderungen der Wirtschaft und den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden und ihren Familien zu erlangen.
Samstag, 06.April 2019
Frauen*streiktag in Liech­ten­stein
Nach 28 Jahren soll es in Liechtenstein erneut einen Frauenstreik geben. Am 14. Juni ist es so weit. Laut Martina Haas vom Liechtensteinischen ArbeitnehmerInnenverband (LANV) ist die Organisation der verschiedenen Aktionen auf gutem Wege.

 

Artikel Volksblatt

 

Interview@Hannes Matt

Foto@Paul Trummer

Mittwoch, 27.März 2019
Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung des Liechtensteinischen ArbeitnehmerInnenverbands LANV fand vergangenen Dienstag im Restaurant Rössle in Schaan statt. Im Zentrum standen neben den Schwerpunkten des vergangenen Jahres aber auch die Herausforderungen der zukünftigen Gewerkschaftsarbeit.

Präsi­dent Sigi Langen­bahn durfte neben den zahl­rei­chen Mitglie­dern auch Vize­re­gie­rungs­chef und Wirt­schafts­mi­nister Daniel Risch sowie den Schaaner Vorsteher Daniel Hilti begrüssen. In seinen Gruss­worten drückte der Haus­herr der „Gast­ge­meinde“ seine Wert­schät­zung für die Arbeit des LANV aus. Die Gemeinde Schaan hat in den vergan­genen Jahren vieles unter­nommen, um die Lohn­gleich­heit in der Verwal­tung zu garan­tieren. Aber auch die Bedeu­tung von exis­tenz­si­chernden Mindest­löhnen liegt Daniel Hilti am Herzen. Es dürfe nicht sein, dass Fami­lien mit zwei arbei­tenden Eltern­teilen auf zusätz­liche wirt­schaft­liche Unter­stüt­zung ange­wiesen sind, weil die Einkommen nicht ausrei­chen.

Zunahme an Insol­venzen
Anschlies­send orien­tierte Gewerk­schafts­se­kre­tärin Lilit Keucheyan über die Schwer­punkt­arbei-ten 2018 der Sektion Frauen in den Berei­chen Lohn­gleich­heit und Verein­bar­keit von Familie und Beruf. Erfreu­lich ist, dass sich neben der Gemeinde Schaan immer mehr Indus­trie­be­triebe einer frei­wil­ligen Lohn­gleich­heits­ana­lyse unter­ziehen und Unge­rech­tig­keiten besei­tigen. Präsi­dent Sigi Langen­bahn berich­tete über die Heraus­for­de­rungen der Bera­tungs­tä­tig­keiten infolge vermehrter Insol­venzen im vergan­genen Jahr. Diese haben aufge­zeigt, dass die Rechts­lage für Arbeit­neh­mende unklar und unge­nü­gend ist. Insbe­son­dere der Konkurs der Medi­c­nova brachte die Komple­xität an den Tag, da es sich um eine grosse Zahl Betrof­fener aus unter­schied­li­chen Herkunfts­län­dern, teils in Schwan­ger­schaft oder Karenz, in Ausbil­dung oder gekün­digtem Arbeits­ver­hältnis handelte. Der LANV wolle die Erfah­rungen der verschie­denen Akteure zusammenzu­tragen, um Verbes­se­rungen in der Bera­tung und Geset­zes­lage zu errei­chen. Nach der Präsen­ta­tion der Jahres­rech­nung durch die stell­ver­tre­tende Geschäfts­füh­rerin Martina Haas, der Entlas­tung des Vorstands und der Geneh­mi­gung des Jahres­be­richts 2018 wurde der statutari­sche Teil abge­schlossen.

Bera­tungen nicht kostenlos
Bei der anschlies­senden Vorstel­lung von Statu­ten­än­de­rungen wurde der Bera­tungs­auf­wand für Neumit­glieder mit laufenden Fällen und für Nicht­mit­glieder ange­regt disku­tiert. Der Vorstand schlug eine Reduk­tion der kosten­freien Bera­tung vor, da viele Arbeit­neh­mende die Dienst­leis­tungen des LANV kosten­frei in Anspruch nehmen wollen. Allzu oft werden Neumit­glied­schaften nach erfolg­reich abge­schlos­sener Bera­tung wieder gekün­digt oder Zahlung­s­er­in­ne­rungen igno­riert, womit die Kosten die Erträge bei weitem über­steigen. Schluss­end­lich wurde die kosten­freie Bera­tung für Neumit­glieder nicht ganz in dem vom Vorstand vorge­schla­genen Masse redu­ziert, um weitere Erfah­rungen zu sammeln. 

Flexi­blere Arbeits­welt

Im anschlies­senden Ausblick sah Vize­prä­si­dent Donat Schädler grosse Heraus­for­de­rungen in der zuneh­menden Flexi­bi­li­sie­rung der Arbeits­welt. Gewerk­schaften wollen sich den Folgen der zuneh­menden Digi­ta­li­sie­rung für neue Arbeits­formen mit räum­li­cher und zeit­li­cher Flexi­bi­li­sie­rung nicht verschliessen. Das Arbeits­recht müsse entspre­chend ange­passt, dürfe aber nicht ausge­höhlt werden. 

In seiner Gast­rede knüpfte Wirt­schafts­mi­nister Daniel Risch nahtlos an die Worte des LANV-Vize­prä­si­denten an und brachte weitere Facetten der Verein­bar­keit von Familie, Frei­zeit und Beruf im Lichte der Flexi­bi­li­sie­rung von Beschäf­ti­gungs­formen vor. Auch ihm ist es ein grosses Anliegen, dass Anpas­sungen des Arbeits­rechts zur Flexi­bi­li­sie­rung der Arbeits­zeiten auch die Inter­essen der Ange­stellten berück­sich­tigen und wirk­same Kontroll­me­cha­nismen den Gesund­heits­schutz gewähr­leisten. 

Langen­bahn bedankte sich für die eindrucks­volle Gast­rede des Wirt­schafts­mi­nis­ters und ver-sprach, dass die Diskus­sion um die Chancen und Gefahren der Flexi­bi­li­sie­rung an der Maifeier vom 30. April seine Fort­set­zung finden werde.

Abschlies­send resü­mierte Vorstands­mit­glied Gabriela Cortés die wich­tigsten Erkennt­nisse der Veran­stal­tung und rief die Anwe­senden auf, Neumit­glieder für den Verband zu gewinnen. Beim gemein­samen Abend­essen wurde das eine oder andere Thema des Abends noch vertieft disku­tiert.

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