Aktuell

Freitag, 14.Juni 2019
Strassennamen werden weiblich
Anlässlich des heutigen Streiktages hat das Frauenstreik-Komitee Liechtenstein in jeder Gemeinde eine Strasse nach einer bekannten weiblichen Persönlichkeit umbenannt. Damit appelliert das Komitee zu mehr Sichtbarkeit der Frauen.

Die Fürst-Johannes-Str. in Schaan ist seit heute die Alma-Batliner-Nutt Strasse. Alma Batliner-Nutt (1908– 1984) war 38 Jahre Dorfhebamme von Schaan und Planken. Mit der Umbenennung von Strassen will das Streik-Komitee aufzeigen, dass Frauen in der Öffentlichkeit weniger sichtbar sind als Männer. Sie werden auch bei der Benennung von Strassen und Plätzen benachteiligt. In Liechtenstein seien die Strassennamen sehr «männerlastig» und Frauennamen praktisch inexistent. Es gebe aber genug Frauen in Liechtenstein, die es mit ihren Leistungen verdient hätten, mit einer Strasse geehrt zu werden. Anlässlich des heutigen Frauenstreiktages haben sich die Frauen deshalb dazu entschlossen, 14 männliche Strassennamen in weibliche umzuwandeln. In Schaanwald ehrte das Frauenstreik-Komitee Melitta Marxer-Kaiser (1923–2015). Sie war nicht nur die erste Frauenrechtlerin in Liechtenstein, sie stand auch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges mit Pfadfinderinnen an der Grenze in Schaanwald und verpflegte die Flüchtlinge. In Eschen erhielt etwa die St.-Luzi-Strasse den Namen von Berta Kölbener, in Mauren die Peter-und-Paul-Strasse den Namen von Mathilde Heeb und in Vaduz wurde aus der Fürst-Franz-JosefStrasse die Ida-Ospelt-Amann-Strasse und aus dem Peter-Kaiser-Platz der Dornröschengarten.

Samstag, 25.Mai 2019
EGB Kongress
Der 14. Kongress des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) vom 21.05 - 24.05.2019 in Wien stand unter dem Motto: „Ein faireres Europa für ArbeitnehmerInnen!“ Hauptthema war die Ausgestaltung einer sozialen EU.

Viele promi­nente Gäste wie der öster­rei­chi­sche Staats­prä­si­dent Alex­ander Van der Bellen, EU-Kommis­si­ons­prä­si­dent Jean-Claude Juncker, Portu­gals Premier­mi­nister Antonio Costa, Nobel­preis­träger Josef Stiglitz und Euro­pa­rechtler und ex-Minis­ter­prä­si­dent Italiens Enrico Letta zeigten in ihren Reden verschie­dene Lösungs­an­sätze.

Dem EGB gehören inkl. LANV 90 natio­nale Gewerk­schafts­bünde aus 39 euro­päi­schen Staaten und zehn euro­päi­sche Bran­chen­ver­bände mit insge­samt 45 Millionen Mitglie­dern an. Der alle vier Jahre statt­fin­dende Kongress ist das oberste Gremium des EGB. Zum neuen EGB-Präsi­denten wurde Laurent Berger gewählt. Luca Visen­tini wurde als Gene­ral­se­kretär wieder­ge­wählt. Seine Mission für die nächste Amts­zeit wird sein, die Angriffe auf die Demo­kratie und Tole­ranz zu bekämpfen und weiter als die Juncker-Kommis­sion zu gehen, um soziale Gerech­tig­keit, hoch­wer­tige Arbeits­plätze und höhere Löhne in Europa durch­zu­setzen.

Um nach Brexit und aufkom­menden anti-euro­päi­schen und popu­lis­ti­schen Parteien zu über­leben, wurde kurz vor den EU-Parla­ments­wahlen immer klarer, dass das EU-Projekt eine echte soziale Wende erfahren und den Arbeit­neh­menden nützen muss. Die Dele­gierten verab­schie­deten deshalb ein neues Mani­fest und das Akti­ons­pro­gramm für 2019 bis 2024 unter dem Titel „Ein gerech­teres Europa für alle Arbeit­neh­me­rInnen“. Vom künf­tigen EU-Parla­ment und der neuen Kommis­sion werden u.a. der Abbau prekärer Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, der Stopp von Lohn- und Sozi­al­dum­ping sowie EU-Mass­nahmen zur Förde­rung stär­kerer Tarif­ver­hand­lungen zwischen Arbeit­ge­bern und Gewerk­schaften über Löhne und Arbeits­be­din­gungen in allen EU-Ländern gefor­dert. Der LANV wurde vertreten durch die Dele­gierten Martina Haas und Fredy Litscher sowie Sigi Langen­bahn als Beob­achter.
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Pressemitteilungen

Freitag, 14.Juni 2019
Gegen den Stillstand eintreten
Das Frauenstreik-Komitee in Liechtenstein kritisiert den Stillstand der Regierung in Sachen
Gleichstellung. Frauen gehen heute in Vaduz mit ihren Forderungen auf die Strasse, um das zu ändern.
Samstag, 01.Juni 2019
Bezahlte Elternzeit
Bald könnte der Vaterschaftsurlaub oder die Elternzeit auf EU-Ebene eingeführt werden – wenn auch nur in kleinen Schritten. Für den LANV immerhin ein Anfang, er fordert die Regierung schon länger zum Handeln auf.

Artikel Vater­land

 

Bild@Daniel Schwendener

Mittwoch, 15.Mai 2019
Arbeitszeiterfassung
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied im Sinne der Gewerkschaften, dass alle Arbeitgeber die Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden erfassen müssen. Da dieser Entscheid Einfluss auf die Liechtensteinische Gesetzgebung haben muss, wird der LANV entsprechende Massnahmen prüfen.
Samstag, 11.Mai 2019
70 Jahre Sozialpartnerschaft
Vor siebzig Jahren haben die Industrie- und Handelskammer (LIHK) und der ArbeitnehmerInnenverband (LANV) den ersten Gesamtarbeitsvertrag abgeschlossen.
Es war am 11. Mai 1949, als die dama­lige Indus­trie­kammer und der dama­lige Liech­ten­stei­ni­sche Arbei­ter­ver­band nach inten­siven Gesprä­chen ihren ersten soge­nannten Arbeits­ver­trag abge­schlossen haben. Ein Meilen­stein für den Werk­platz Liech­ten­stein.

Die gute Zusam­men­ar­beit zwischen den beiden Verbänden LIHK und LANV hält bis zum heutigen Tag an. So auch die Über­zeu­gung, dass ein Mitein­ander im Sinne des Werk­platzes Liech­ten­stein und damit verbunden auch im Sinne der Gesell­schaft ist.«Es
ist ein beson­derer Tag, sowohl für die LIHK als auch den LANV, und wenn wir so zurück­bli­cken, stellen wir fest, dass sich die Umstände zwar verän­dert haben, ein Gross­teil der Themen aber gleich geblieben ist», sagt Sigi Langen­bahn, Präsi­dent des LANV. So hatten die beiden Vertrags­par­teien schon damals das Thema Arbeits­zeit gesamt­ver­trag­lich fest­ge­halten. Eine Arbeits­woche wurde während 6 Tagen und 48 Stunden absol­viert. Ein weiteres Thema, das auch heute verhan­delt wird, waren Lohn­un­ter­grenzen. Damals, im Jahr 1949, wurde der Lohn alle 14 Tage ausbe­zahlt. Frauen und Männer wurden für die gleiche Arbeit ganz offi­ziell unter­schied­lich entlohnt.
So erhielt ein Hilfs­ar­beiter 1.50 Franken pro Stunde und eine Hilfs­ar­bei­terin 80 Rappen – heute undenkbar. 

 

Die LIHK und der LANV sind sich einig, dass gerade im Bereich Lohn­gleich­heit in den vergan­genen Jahren grosse Schritte in die rich­tige Rich­tung gemacht wurden. Neben einigen zentralen Themen hat sich auch an der Zusam­men­ar­beit der beiden Verbände wenig verän­dert. «Auch heute setzen wir uns gemeinsam an einen Tisch und legen Wert auf einen Austausch auf Augen­höhe», sagt Klaus Risch, Präsi­dent der LIHK. «Wir versu­chen, gemeinsam die beste Lösung für alle zu finden.» Trotzdem ist die Arbeits­welt heute eine andere als vor 70 Jahren. Gerade die Digi­ta­li­sie­rung stelle eine grosse Heraus­for­de­rung dar. Deshalb ist für beide Seiten klar: Die Aus- und Weiter­bil­dung der Arbeit­neh­menden ist das A und O. Die LIHK und der LANV haben in den vergan­genen Jahr­zehnten viel erreicht. «Wir dürfen mit Stolz und Freude auf 70 Jahre sozialen Frieden zurück­bli­cken», sagt Klaus Risch. Sigi Langen­bahn ergänzt: «Und diese respekt­volle Sozi­al­part­ner­schaft wünschen wir uns
auch für die Zukunft.»

 

Bild@​Nils Vollmar

Donnerstag, 02.Mai 2019
1.Mai-Feier
Flexible Arbeitswelt - Freiheit oder Ausbeutung hiess das Motto der diesjährigen 1.Mai-Feier des LANV. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt rasant. Das klassische Normalarbeitsverhältnis verliert immer mehr an Bedeutung, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwinden. Deshalb braucht es klare Regeln um ein Gleichgewicht zwischen den Forderungen der Wirtschaft und den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden und ihren Familien zu erlangen.
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