Lohnforderungen

Donnerstag, 14.09.2017

Lohnforderungen

Die Gewerkschaft LANV fordert für 2018 je nach Branche zwischen 1.0 % und 2.0 % mehr Lohn. Von generellen Lohnanpassungen mit Sockelbeträgen sollen insbesondere untere und mittlere Einkommen profitieren. Sockelbeträge verlangsamen auch das Öffnen der Lohnschere. Nicht zuletzt mangelt es bei individuellen Lohnerhöhungen oft an Transparenz und Objektivität. Bei den Mindestlöhnen darf die unterste Lohnstufe CHF 3‘250.- bei 13 Monatslöhnen nicht mehr unterschreiten. Wie schon in den vergangenen Jahren erwartet der LANV weitere Fortschritte bei den Ferien für ältere Arbeitnehmende,
bis das erklärte Ziel: fünf Wochen Ferien ab dem 50. Alters­jahr in allen Bran­chen erreicht ist.

 

Florie­rende Wirt­schaft
Die Wirt­schaft in Liech­ten­stein brummt. Stei­gende Exporte, gute und weiter wach­sende Auftrags­lagen, posi­tive Stim­mung, so sehen 98 % der befragten Unter­nehmen die Geschäfts­lage als positiv oder zumin­dest befrie­di­gend. Das AMS meldet so viele offene Stellen wie nie, was aber auch auf den stei­genden Fach­kräf­te­mangel zurück­zu­führen ist. Export­in­dus­trie, Handel und Tourismus profi­tieren vom erstarkten Euro und stabilem Kurs bei knapp unter CHF 1.15. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Konjunk­tur­lage in nächster Zukunft weiter verbes­sern wird.

Teue­rung und Sozi­al­ver­si­che­rungen drücken auf Geld­beutel
Nach stagnie­renden Jahren haben sich die Konsu­men­ten­preise wieder erhöht, bis Ende Jahr wird eine Teue­rungs­rate von 0.5 % prognos­ti­ziert. Aber insbe­son­dere die stei­genden Gesund­heits­kosten und die Anpas­sungen der Pensi­ons­kassen werden die Geld­beutel ab 2018 enorm belasten. Nach Jahren der Spar­mass­nahmen, Prämi­en­er­hö­hungen und wach­sendem Druck am Arbeits­platz sind gene­relle Real­lohn­er­hö­hungen notwendig.

Diskri­mi­nie­rende Lohn­un­ter­schiede
Der LANV weist am Lohn­gleich­heitstag immer wieder auf die uner­klär­baren und somit diskri­mi­nie­renden Lohn­un­ter­schiede zwischen Männern und Frauen hin. Auch die Lohn­runde 2018 soll dazu genutzt werden, diese Lohn­lücke zu schliessen. Der LANV plädiert an alle Unter­nehmen, mit geeig­neten Analys­e­in­stru­menten die Lohn­un­ter­schiede zu eruieren. Neben der posi­tiven internen Wirkung sind Lohn­struk­tur­er­he­bungen zudem gute Projekte, sich im Markt als attrak­tiver Arbeit­geber zu präsen­tieren.

Arbeit­neh­mende der Landes­ver­wal­tung
Den poli­ti­schen Spar­kurs der vergan­genen Jahre bekamen auch die Mitar­bei­tenden der Landes­ver­wal­tung zu spüren. Trotz stei­genden Anfor­de­rungen wurde Personal abge­baut und der Druck auf das beste­hende Personal erhöht. Nach Jahren mit Null­lohn­runden hat die Regie­rung endlich ange­kün­digt, die Löhne der Verwal­tung um ein Prozent anzu­heben. Enttäu­schend ist hingegen die Argu­men­ta­tion, es werden nur „Leis­tungs­träger“ profi­tieren, da gene­relle Lohn­er­hö­hungen nicht ziel­füh­rend seien. Nach langen Zeiten stagnie­render Löhne und stei­gender Kosten nur „Leis­tungs­träger“ belohnen zu wollen, zeugt nicht von Aner­ken­nung und kann kaum moti­vie­rend wirken.