Gesetzesrevision der betrieblichen Personalvorsorge (BPVG)

Dienstag, 07.11.2017

Gesetzesrevision der betrieblichen Personalvorsorge (BPVG)

Ab 1.1.2018 treten einige Gesetzesänderungen der betrieblichen Personalvorsorge (BPVG) in Kraft, u.a. wird die Eintrittsschwelle in der 2. Säule herabgesetzt.
 
Hinter­gründe zur Geset­zes­re­vi­sion der betrieb­li­chen Perso­nal­vor­sorge 
Das Gesetz über die betrieb­liche Perso­nal­vor­sorge (BPVG) trat im Januar 1989 in Kraft. Dieses Gesetz, welches sich über 25 Jahre bewährt hat, wurde einer umfas­senden Revi­sion unter­zogen, um das Leis­tungs­ni­veau weiterhin sicher­stellen und ausbauen zu können.

Die Hinter­gründe, welche eine Revi­sion notwendig machten, sind vor allem:
- die stei­gende Lebens­er­war­tung, daher längere Renten­be­zugs­dauer, und
- die unge­nü­genden Kapi­tal­markt­ren­diten, daher weniger hohe Zins­sätze auf den
Alter­s­ka­pi­ta­lien der versi­cherten Personen und den Rück­stel­lungen der
Pensi­ons­kassen für die Renten­zah­lungen.

Diese Entwick­lungen führen dazu, dass zum einen versi­cherte Personen wegen den tieferen Zinsen weniger an Alter­s­ka­pital bilden können und zum anderen für Pensi­ons­kassen höhere Rück­stel­lungen für die Renten­zah­lungen erfor­der­lich sind. Daraus resul­tiert für die versi­cherten Personen, dass ihre Alter­s­ka­pi­ta­lien mit einem tieferen Umwand­lungs­satz in eine Rente umge­wan­delt werden. Auf den Punkt gebracht, die versi­cherten Personen erhalten weniger hohe Alters­leis­tungen. Die Geset­zes­re­vi­sion soll dem entge­gen­wirken.

Rele­vante Ände­rungen des Gesetzes für die versi­cherten Personen
Folgende Ände­rungen des Gesetzes wurden vorge­nommen, um die Leis­tungen der 2. Säule auch in Zukunft auf weit­ge­hend glei­chem Niveau sicher­stellen zu können:

1) Eintritts­schwelle / Mindest­l­ohn­grenze
Die Eintritts­schwelle resp. Mindest­l­ohn­grenze wird ab 1.1.2018 herab­ge­setzt. Diese Mass­nahme ist vor allem von Bedeu­tung für Personen in Teil­zeit­be­schäf­ti­gung sowie Personen, die mehrere Arbeit­geber haben.

 

 

Bis 31.12.2017 

 

Ab 1.1.2018 

Berech­nungs­grund­lage 

¾ der maxi­malen AHV-Rente 

Mini­male AHV-Rente  

 

Betrag  

 

CHF 20‘880 (Basis 2017) 

 

CHF 13‘920 

 

2) Erhö­hung des ordent­li­chen Pensi­ons­al­ters
Das ordent­liche Renten­alter wird wie folgt erhöht: 

 

Bis und mit Jahr­gang 1957 

 

Jahr­gang 1958 und jünger 

Ordent­li­ches Pensi­ons­alter   

Ende des Monats, in dem das 64. Alters­jahr erreicht wird  

Ende des Monats, in dem das 65. Alters­jahr erreicht wird  

 

3) Versi­che­rungs­be­ginn für die Spar­bei­träge
Der Versi­che­rungs­be­ginn für die Spar­bei­träge (Beiträge für die Alters­leis­tungen) ist ab 01.01.2018 der 1. Januar des Jahres, in welchem das 20. Alters­jahr erreicht wird. Das Gesetz sieht folgende Über­gangs­be­stim­mungen vor:

• Für Arbeit­nehmer mit den Jahr­gängen 1994 bis 1996 ab dem 24. Alters­jahr
• Für Arbeit­nehmer mit den Jahr­gängen 1997 und 1998 ab dem 23. Alters­jahr

4) Wegfall Frei­b­ei­trag
Bis 31.12.2017 ist es gemäss BPVG möglich, vom pensi­ons­kas­sen­pflich­tigen Lohn einen Frei­be­trag abzu­ziehen, auf welchem somit keine Prämie entrichtet wird. Ab 1.1.2018 wird der Frei­be­trag für obli­ga­to­ri­sche Versi­che­rungs­lö­sungen abge­schafft.

 

Bis 31.12.2017 

 

Ab 1.1.2018 

Frei­be­trag 

CHF 13‘920 (Basis 2017) 

CHF 0 (Wegfall Frei­be­trag)  


Vergleich Beiträge und Leis­tungen

 

Quelle: Domi­nique Marxer, Stif­tung Sozi­al­fonds  


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